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Download: kompletter INfo Brief KZV Westf.- Lippe
Neue Westfälische:
28.03.07McZahn geht in die
zweite Runde / Franchise-Unternehmen
benutzt Lieferung von Zahnersatz als Druckmittel / Bünder Zahnarzt weigert
sich, mehr zu zahlen
VON ANDREA ROLFES
Bünde. Schlagabtausch bei McZahn: Nachdem am Montag bekannt geworden
war, dass die Geschäftsführung des in Willich ansässigen Unternehmens dem in
Bünde praktizierenden Zahnarzt Dr. Ralph Koeser die Lieferung von dringend
notwendigem Zahnersatz für 100 Patienten verweigert, geht der Streit in die
nächste Runde. Egon Peifer, Pressesprecher der AG, betont: "Solange Dr.
Koeser nicht alle Punkte seines Vertrags einhält, liefern wir ihm keine Kronen,
Brücken oder Prothesen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KZV) Westfalen hat für
das Verhalten der McZahn-AG kein Verständnis: "Es ist eine Sauerei, das
interne Streitigkeiten auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden",
sagt Pressesprecher Manfred Sietz. Während sich Peifer verteidigt und beteuert,
erst eine Woche den Zahnersatz zurückgehalten zu haben, bleibt Koeser bei der
Aussage, dass ihm seit acht Wochen Brücken und Prothesen fehlen, die dringend
mit den Provisorien der Patienten ausgetauscht werden müssten. Wie gestern
berichtet, hieß es seitens der AG, man wolle die Zusammenarbeit mit Koeser
beenden, da es Hinweise gäbe, dass der Franchise-Nehmer manisch-depressiv sei
und sich bei Patienten im Ton vergriffen habe. Hintergrund des Streits ist aber
offenbar ein anderer. Peifer: "Dr. Koeser hat vertragsgebundene Zahlungen
an die McZahn-AG nicht geleistet." Dass 200 Heil- und Kostenpläne nicht
erstellt worden seien, läge nicht in der Schuld des Unternehmens, sondern daran,
dass Koeser die Pläne nicht korrekt ausgefüllt habe. Der in Bünde ansässige
Zahnarzt dementiert dies: "Die Pläne wurden absichtlich einbehalten, damit
wir nicht mehr die Möglichkeit haben, die Fehler quartalsgerecht zu verbessern."
Es habe über dieses Thema bereits ein Gespräch mit der Geschäftsführung in
Willich gegeben, das allerdings fruchtlos verlaufen sei. Koeser vermutet, dass
Mc-Zahn den Vertrag mit ihm kündigen will, weil er sich nicht auf einen neuen
Vertrag einlassen will, in dem das Franchise-Unternehmen höhere
Franchisegebühren fordert: "Ich wollte den Vertrag, der von der
Geschäftführung einseitig verändert wurde, nicht unterschreiben. Seither
eskaliert die Situation", so der Zahnarzt. Die KZV rät Patienten, die
derzeit ein Provisorium tragen und dringend den Zahnersatzbenötigen, sich zunächst an ihre Kassen und dann an einen anderen Zahnarzt zu
wenden: "Die Kasse muss den Heil- und Kostenplan umschreiben. "Wenn
dem Zahnarzt der geänderte und genehmigte Plan vorliegt, dürfte es keine
Probleme geben."
Auszüge des
McZahn-Vertrages
-"Steuerung,
Abrechnung, Materialwirtschaft, Verwaltung und Kommunikation mit den Kassen
sowie Leistungs- und Qualitätskontrolle erfolgen zentral durch die McZahn AG in
Willich." -"Der Franchise-Nehmer rechnet gegenüber den Kunden
ordnungsgemäß ab und legt dies gegenüber dem Franchise-Geber offen."
-"Als Entgeld für die ihm eingeräumten Dienste leistet der
Franchise-Nehmer an den Franchise-Geber eine Eintrittsgebühr von 35.000
Euro." - "Als Gegenleistung für sämtliche mit diesem Vertrag
eingeräumten Rechte und Befugnisse zahlt der Franchise-Nehmer die vereinbarte
Franchise Gebühr. Generell gilt, dass diese Gebühr prozentual vom Umsatz des
durch den Franchise-Nehmer betriebenen McZahn Zahncenters berechnet wird und im
zeitlichen Verlauf des Vertrages Anpassungen unterliegt": Im 1. Jahr: 20
Prozent Im 2. Jahr: 35 Prozent Im 3. Jahr: 40 Prozent Im 4. Jahr: 45 Prozent.
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